Julia, Klasse 11c

Als ich nach Italien ging, dachte ich, ich würde vor allem eine neue Sprache lernen. Zwei Monate später kam ich mit viel mehr zurück: neuen Freundschaften, unzähligen Erinnerungen und dem Gefühl, mich selbst ein bisschen besser zu kennen.

Alles begann mit meiner Austausch-Schülerin Sonia, die zwei Monate bei mir in Deutschland verbrachte.
Danach durfte ich sie und ihre Familie in Valdobbiadene, einer kleinen Stadt in der Nähe von Venedig, besuchen. Was als Austausch begann, wurde schnell zu einem zweiten Zuhause.

Schon vom ersten Tag an wurde ich von Sonias Familie unglaublich herzlich aufgenommen. Ich habe nicht nur gelernt, wie man das ein oder andere italienische Rezept zubereitet, sondern auch die kleinen Momente schätzen gelernt, die einen Ort erst besonders machen.
Egal ob lange Abendessen, spontane Ausflüge oder Partys mit Freunden, es gab immer etwas zu lachen und immer jemanden, der mich willkommen geheißen hat.

Besonders beeindruckt hat mich die Schule. Im Vergleich zu Deutschland empfand ich sie als deutlich strenger, gleichzeitig aber auch als sehr offen und hilfsbereit. Ich durfte an einer speziellen Klasse für Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die neu nach Italien gekommen sind, und dort fünf Stunden pro Woche Italienisch lernen.

Dadurch konnte ich die Sprache nicht nur im Unterricht, sondern auch im Alltag immer besser anwenden. Und genau dort entstanden auch viele Freundschaften, die hoffentlich noch lange bleiben werden.
In den zwei Monaten habe ich außerdem wunderschöne Orte wie Venedig und Verona besucht. Doch so beeindruckend diese Städte auch waren, die wichtigste Reise fand eigentlich woanders statt.

Wenn man plötzlich aus seinem gewohnten Umfeld herausgerissen wird, entsteht Raum. Raum für neue Erfahrungen, neue Begegnungen und auch für neue Gedanken. Ich hatte Zeit, mich selbst besser kennenzulernen, vieles einzuordnen und mit mehr Leichtigkeit nach vorne zu blicken.
Vielleicht war es genau dieser Abstand zum Gewohnten, der mir die Möglichkeit gegeben hat, vieles aus einer neuen Perspektive zu betrachten.